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„Die Alte Synagoge Steinsfurt ist ein Mahnmal des Friedens“

Dr. Stephan Harbarth MdB: Wir werden Antisemitismus nicht dulden! / Aktionswoche "Von Schabbat zu Schabbat" der CDU Deutschlands

In der Alten Synagoge Steinsfurt: Dezernatsleiter Tobias Schutz (Stadt Sinsheim / Planung, Bau, Infrastruktur), Alfred Krambs vom Verein

Sinsheim. Im Kontext der Aktionswoche „Von Schabbat zu Schabbat“ der CDU Deutschlands besuchte der Bundestagsabgeordnete Dr. Stephan Harbarth (Wahlkreis Rhein-Neckar), stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Mitglied des CDU-Bundesvorstandes, die Alte Synagoge Steinsfurt.

„Wir wollen mit unserer Aktionswoche zeigen, dass die Vielfalt jüdischen Lebens unsere Gesellschaft bereichert - mit Blick auf unsere gemeinsame Kultur und auf religiöses Miteinander“, sagte Harbarth.

Alfred Krambs, Gründungsmitglied des Vereins "Alte Synagoge Steinsfurt e.V.", freute sich über den Besuch des Parlamentariers, der von Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht, Steinfurts Ortsvorsteher Rüdiger Pyck und Dezernatsleiter Tobias Schutz (Stadt Sinsheim / Planung, Bau, Infrastruktur) begleitet wurde.

Detailliert informierte Krambs, ehemaliger Geschichtslehrer, über die Historie der Synagoge, deren Grundstein am 25. September 1893 gelegt und die unter reger Beteiligung von Einwohnern aller Konfessionen am 13. Juli 1894 eingeweiht wurde. Im Jahr 1938 sahen sich die wenigen verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde dazu gezwungen, die Synagoge zu veräußern. Da sie somit kein Gotteshaus mehr war und nunmehr als Lager genutzt wurde, überstand sie die Reichspogromnacht am 9. November 1938, in der Synagogen, jüdische Gemeindehäuser und Geschäfte beschädigt und geplündert, angezündet und zerstört wurden. „Die Torarolle wurde herausgeholt, der Grundstein wurde zerschlagen“, berichtete Krambs.

Dem Verein geht es zunächst darum, das Gebäude zu erhalten, seit 2008 wurde damit begonnen, die Synagoge zu restaurieren, viele weitere notwendige Arbeiten werden in Eigenleistung erbracht. Besonders am Herzen liegt es den Verantwortlichen, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Steinsfurt wach zu halten und Schüler an dieses wichtige Thema heranzuführen. Unter anderem in stetiger Zusammenarbeit mit der denkmal aktiv AG des Wilhelmi-Gymnasiums Sinsheim – Jutta Stier, die Vereinsvorsitzende, ist dort als Gymnasiallehrerin tätig – wie auch mit weiteren Schulen entstanden zahlreiche beeindruckende Projekte.

Großes Lob für den Verein gab es seitens des Sinsheimer Oberbürgermeisters Jörg Albrecht und Steinfurts Ortsvorsteher Rüdiger Pyck: „Sie sind ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement. Wenn es den Verein nicht gäbe, dann stünde diese Synagoge sicherlich nicht mehr.“

Hierzu Krambs: „Natürlich hatte unser Verein wie jeder andere auch Höhe und Tiefen. Uns war aber klar: Wenn sich unser Verein auflöst, dann ist das Gebäude verurteilt. Das wollten wir auf keinen Fall. Für uns ist die Alte Synagoge Steinsfurt ein Mahnmal des Friedens. Es wäre sehr schade, wenn man an dieser Stelle statt des Gebäudes nur eine Gedenktafel sehen würde.“

Der Vorplatz der Synagoge wird aktuell gerade im Auftrag der Stadt Sinsheim hergerichtet. Insgesamt 66.000 Euro stehen hierfür zur Verfügung, 18.000 Euro kommen aus dem Landessanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg. Bodengleiche Gedenkplatten sollen an alle, die in Steinsfurt gelebt haben und Opfer des NS-Regimes wurden, erinnern.

Offen wurde über das Thema Antisemitimus diskutiert, hierbei ging es sowohl um Rechtsradikale als auch ums Verhalten von Migranten. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte jüngst vor einer Zunahme des Antisemitismus durch die Migration gewarnt.

Harbarth: „Wir stellen aktuell fest, dass die Anfeindungen gegenüber unseren jüdischen Mitbürgern zunehmen. Das werden wir nicht dulden und unterbinden. Mit unserer Aktionswoche wollen wir ein Zeichen der Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern und gegen Antisemitismus in Deutschland setzen. Wir wollen zeigen, dass jüdisches Leben unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung als Grundlage für unser Zusammenleben nicht verhandelbar ist und dass Antisemitismus immer auf entschiedenen Widerstand der CDU treffen wird.“

Krambs fügte abschließend hinzu: „Wenn jemand unseren Werten entgegenarbeitet, dann muss man demjenigen klar und deutlich sagen und zeigen: So geht das nicht! Es gibt unsererseits keine Toleranz für Intoleranz!“ (Text/Fotos: Matthias Busse)

Auf dem ersten Foto von links nach rechts: In der Alten Synagoge Steinsfurt: Dezernatsleiter Tobias Schutz (Stadt Sinsheim / Planung, Bau, Infrastruktur), Alfred Krambs vom Verein "Alte Synagoge Steinsfurt e.V.", Dr. Stephan Harbarth MdB, Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht und Steinfurts Ortsvorsteher Rüdiger Pyck.

(Veröffentlichung der Fotos mit Zustimmung aller abgelichteten Personen).